Viele Unternehmen stehen irgendwann vor derselben Frage: Soll das Marketingbudget in Google Ads oder in Paid Social Ads investiert werden?
Die Antwort lautet aus meiner Sicht jedoch selten „entweder oder“. Viel wichtiger ist die Frage, an welchem Punkt der Customer Journey du potenzielle Kunden erreichen möchtest.
Denn Menschen treffen Kaufentscheidungen nur selten beim ersten Kontakt mit einem Unternehmen. Häufig informieren sie sich zunächst, vergleichen verschiedene Anbieter und treffen ihre Entscheidung erst nach mehreren Berührungspunkten.
Genau deshalb verfolgen Google Ads und Paid Social Ads unterschiedliche Aufgaben – und ergänzen sich häufig besser, als viele Unternehmen vermuten.
Google Ads erreicht Menschen genau dann, wenn sie bereits aktiv nach einer Lösung suchen.
Wer beispielsweise nach „Google Ads Freelancer“, „Steuerberater Bielefeld“ oder „Terrassenüberdachung kaufen“ sucht, hat meist bereits einen konkreten Bedarf. Die Kauf- oder Kontaktabsicht ist entsprechend hoch.
Der große Vorteil von Google Ads liegt deshalb darin, bestehende Nachfrage gezielt abzuholen. Unternehmen können genau in dem Moment sichtbar werden, in dem potenzielle Kunden aktiv nach ihren Produkten oder Dienstleistungen suchen.
Google Ads ist häufig der schnellste Weg, qualifizierte Besucher auf eine Website zu bringen. Gerade bei erklärungsbedürftigen Dienstleistungen oder Produkten mit einer klaren Suchnachfrage lassen sich oft innerhalb kurzer Zeit erste Ergebnisse erzielen.
Bei Paid Social Ads ist die Ausgangssituation eine andere. Nutzer öffnen Instagram, Facebook oder LinkedIn in der Regel nicht, weil sie aktiv nach einem bestimmten Produkt suchen. Sie möchten sich informieren, inspirieren lassen oder mit ihrem Netzwerk interagieren.
Genau hier setzen Paid Social Ads an. Statt bestehende Nachfrage zu bedienen, schaffen sie Aufmerksamkeit und wecken Interesse – häufig lange bevor eine konkrete Kaufentscheidung getroffen wird.
Dadurch eignen sich Paid Social Ads hervorragend, um neue Zielgruppen zu erreichen, Markenbekanntheit aufzubauen und potenzielle Kunden frühzeitig in ihrer Customer Journey zu begleiten.
Besonders bei neuen Produkten, erklärungsbedürftigen Dienstleistungen oder längeren Entscheidungsprozessen können Paid Social Ads dazu beitragen, überhaupt erst Interesse für ein Angebot zu schaffen. So entsteht häufig der erste Kontakt mit einer Marke.
Die meisten Kaufentscheidungen entstehen nicht durch einen einzigen Kontaktpunkt.
Stell dir vor, jemand sieht eine Anzeige auf Instagram und wird zum ersten Mal auf dein Unternehmen aufmerksam. Einige Tage später erinnert sich die Person an dein Angebot und sucht bei Google nach weiteren Informationen. Dort erscheint deine Google-Anzeige und führt schließlich zur Kontaktaufnahme.
Genauso kann der Weg auch andersherum verlaufen: Ein Nutzer klickt auf deine Google-Anzeige, informiert sich auf deiner Website und verlässt sie zunächst wieder. Über eine Remarketing-Kampagne in den sozialen Medien wird er später erneut erreicht und entscheidet sich schließlich für eine Anfrage.
Erfolgreiches Performance Marketing betrachtet deshalb nicht einzelne Kanäle isoliert, sondern die gesamte Customer Journey.
Ein häufiger Irrtum ist, dass Paid Social Ads ausschließlich für Branding geeignet sind.
Tatsächlich lassen sich über soziale Netzwerke auch sehr erfolgreich Leads generieren oder Produkte verkaufen – beispielsweise durch Lead-Kampagnen, Conversion-Kampagnen oder gezieltes Remarketing.
Welche Strategie sinnvoll ist, hängt dabei vor allem von deinem Angebot, deiner Zielgruppe und deinen Marketingzielen ab.
Google Ads und Paid Social Ads verfolgen unterschiedliche Aufgaben – genau darin liegt ihre Stärke.
Während Google Ads bestehende Nachfrage nutzt und potenzielle Kunden im richtigen Moment erreicht, helfen Paid Social Ads dabei, Aufmerksamkeit aufzubauen, neue Zielgruppen anzusprechen und die Customer Journey aktiv zu begleiten.
Aus meiner Erfahrung entstehen die besten Ergebnisse häufig dann, wenn beide Kanäle sinnvoll miteinander kombiniert werden. Denn erfolgreiches Performance Marketing beginnt nicht mit der Frage nach dem richtigen Kanal, sondern mit dem Verständnis dafür, wie sich potenzielle Kunden vom ersten Kontakt bis zur Anfrage oder zum Kauf bewegen.
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